Resilienz stärken im Alltag – mit diesen 6 Tipps

Wir kennen es alle. Der Winter steht vor der Türe, Überstunden am Arbeitsplatz oder der ganz normale Alltagsstress. Mit einigen Tipps kann man üben, besser mit Belastungen, Krisen und Stress umzugehen.

Samira Würsch

22. September 2026

Eine Frau im Anzug sitzt im Schneidersitz in einer Meditationshaltung mit geschlossenen Augen und wirkt ruhig, während in einem Büro Papiere um sie herumfliegen.
Mit einigen Tipps kann man üben, besser mit Belastungen, Krisen und Stress umzugehen (Symbolbild: Adobe Stock).

Psychische Widerstandskraft (Resilienz) haben – wir alle wollen das. Am besten erfolgreich, gesund und stark. Resilienz beschreibt nicht die Abwesenheit von Stress. Es ist viel mehr die Fähigkeit Belastungen, Stress und Krisen zu bewältigen. Resiliente Menschen sind nicht besonders stark oder emotionslos. Vielmehr können Sie sich an unbequeme Situationen anpassen, erholen sich ganz einfach oder lernen aus schwierigen Situationen. 

Resilienz ist eine Eigenschaft, die über das Leben aktiv gestärkt werden kann: 

  • Erholung und Ausgeglichenheit: Schlaf, Bewegung und Pausen 
  • Selbstwirksamkeit: das Gefühl, Einfluss auf das eigene Leben zu haben 
  • Soziale Unterstützung: Beziehungen, Austausch und Zugehörigkeit 
  • Emotionale Selbstregulation: Gefühle wahrnehmen, einordnen und verarbeiten 
  • Realistische Denkweisen: Sich nicht überfordern und optimistische Sichtweise auf Probleme haben 

Die häufigsten Formen von Stress bei Schweizer:innen umfassen: 

  • Arbeitsbedingten Stress: Gemäss Bundesamt für Statistik sind es Überlastung und emotionale Überforderung (Burnout-Risiko), weitere Belastungen am Arbeitsplatz, wozu auch vermehr bürokratische Abläufe gehören. 
  • Leistungsdruck: Besonders bei Jugendlichen sind Anforderungen von der Schule schwierig.  
  • Social Media: Studien zeigen, dass Social Media Konsum einen Einfluss hat auf den wahrgenommenen Stress und somit auch auf das Wohlbefinden. Einige Ursachen sind Vergleichsdruck, Mobbing, Informationsüberfluss und Schlafstörungen wegen zu langer Bildschirmzeit. 

Nebst Work-Life-Balance Problemen gehören auch steigende Lebensunterhaltskosten, Familiäre & Beziehungsprobleme, gesundheitliche Belastungen, persönliche Faktoren und schwere Lebensereignisse dazu. 

Mit diesen sechs Impulsen für Resilienz kann man seine Abwehrkräfte gegen Belastungen mobilisieren: 

  • Suche das Gespräch: Es ist entlastend, Leid und Freude mitteilen zu können und sich dabei verstanden zu fühlen und ernst genommen zu werden. 
  • Pflege Beziehungen: Sie führen zu Sicherheit, Bestätigung, Hilfe und Orientierung. Mit Freund:innen kannst du dich streiten, versöhnen, kritisieren und dennoch so sein, wie du bist. 
  • Achten auf deinen Lebensstil: Aktivität, körperliche Bewegung, wenig Alkohol, vermeiden von Suchtmitteln und ausreichend Schlaf tragen zu deinem gesunden Lifestyle bei. 
  • Probiere Neues: Kreatives Neuland bietet Spannung, Ausdruck von Gefühlen und Erlebnissen, Sinneserweiterung und gestärkter Selbstwert. 
  • Schätze dich selbst: Wer seine Ressourcen kennt, seine Ecken und Kanten akzeptiert, fühlt sich wohler und ist nachsichtiger mit sich selbst. Seine Schwächen zu akzeptieren, führt in positiver Weise dazu, den eigenen Selbstwert zu erkennen. 
  • Nimm Unterstützung an: Bei grösseren Belastungen ist es wichtig, Hilfe anzunehmen. So führen die Umstände nicht zu einer Erkrankung. 

Nebst den eher generell gehaltenen Impulsen bietet die Kampagne auch zahlreiche Tipps für den Alltag: 

  • Ein altes Hobby reaktivieren 
  • Sich selbst ein Kompliment machen 
  • Einen Spaziergang gönnen 
  • Einem Freund, einer Freundin schreiben 
  • Ein neues Rezept ausprobieren 
  • Sich noch heute Verabreden 
  • In der Pause etwas Lustiges aus dem Leben preisgeben 

Weitere Adressen zur Gesundheitsförderung: 

Sich selbst etwas gutes Tun, Belastungsgrenzen ernst nehmen, Beziehungen pflegen und auf einen gesunden Lebensstil achten ist immer noch die beste Prävention.

Egal ob Alltagsstress oder schwere Krise – die Schweiz bietet unzählige Angebote zur Prävention oder Kampagnen mit Tipps und wertvollen Hinweisen. Viele Tipps wie «ein altes Hobby wieder aufnehmen» sind direkt und schnell anzuwenden. Bei weiteren Anlaufstellen braucht man dagegen mehr Zeit, um die richtigen Ansprechpersonen zu finden und Probleme gezielt anzugehen. Manche Telefonnummern bieten kurzfristig ein offenes Ohr.